Mein Senf

Den passenden Job findest du nicht in deinem Kopf

Den passenden Job findest du nicht in deinem Kopf

Samstag, September 5, 2026

Hast du dir nach meinem letzten Blog andere Fragen gestellt? Fragen, die andere Antworten hervorgebracht haben?

Vielleicht hast du dabei etwas entdeckt, das schon länger da war. Eine Ahnung, eine Spur oder sogar eine ziemlich konkrete Idee davon, was beruflich besser zu dir passen könnte.

Doch selbst wenn wir eine solche Spur erkennen, bleibt eine entscheidende Frage: Woher weiss ich, ob sie wirklich zu mir passt?

Bei mir kam die Antwort darauf nicht beim Nachdenken. Ich musste sie erleben. Ich war bereits als Coach unterwegs und merkte nach den Coachings immer wieder, wie viel Energie mir diese Arbeit gab. Während der Gespräche erlebte ich etwas, das mir besonders entsprach: Ich konnte einen Raum schaffen und halten, in dem sich mein Gegenüber frei bewegen konnte.

Vielleicht lässt sich dieser Prozess mit einer Reise vergleichen. Ein Reisebegleiter kann auf etwas aufmerksam machen, das am Weg liegt, Hinweise geben oder vorschlagen, was sich als Nächstes anzuschauen lohnt. Die Reise selbst aber erleben die Teilnehmenden. Niemand kann ihnen diese Erfahrung abnehmen. Mit der Zeit wurde mir bewusst, dass es mir dabei gar nicht in erster Linie um Coaching ging. Denn dieses Gefühl begegnete mir später auch in der Arbeit mit Teams und Organisationen wieder. Das Gefäss war ein anderes, doch etwas blieb gleich:

Ich schaffe Räume, in denen Menschen sich bewegen können und Entwicklung möglich wird.

Das war für mich eine wichtige Erkenntnis. Meine Berufung zeigte sich nicht in einer Berufsbezeichnung. Sie zeigte sich vielmehr in dem, was durch mein Tun möglich wurde.

Authentische Arbeit

Alain de Botton verwendet den Begriff „authentische Arbeit“. Ich finde diese Beschreibung sehr passend.

Vielleicht sogar passender als das grosse Wort Berufung. Denn authentische Arbeit bedeutet für mich eine Arbeit, die zu mir passt. Bei der ich nicht nur etwas kann oder erfolgreich bin, sondern bei der ich mich in meinem Tun wiedererkenne. Eine Arbeit, in der etwas von dem, was in mir angelegt ist, nach aussen sichtbar und wirksam werden kann. Genau das hatte ich beim Coaching erlebt. Und gleichzeitig merkte ich: Dieses Erleben lässt sich nur schwer im Voraus herstellen. Ich hätte lange darüber nachdenken können, ob Coaching zu mir passt. Ich hätte meine Fähigkeiten analysieren, meine Stärken aufschreiben oder mir ausmalen können, wie sich diese Arbeit anfühlen würde. Aber ob sie sich für mich tatsächlich stimmig anfühlt, konnte ich erst erfahren, als ich sie tat.

Vielleicht liegt genau darin eine der Herausforderungen bei der Suche nach authentischer Arbeit: Wir können uns vieles vorstellen. Aber wir können nicht alles vorausdenken. Manche Dinge müssen wir erleben.

Genau aus diesem Gedanken ist die Lebenswerkstatt entstanden

Nicht dort, wo bereits alles klar ist. Denn dann braucht es keine Werkstatt mehr. Sondern dort, wo du vielleicht schon etwas ahnst. Wo eine Spur sichtbar wird, du aber noch nicht weisst, ob sie wirklich zu dir passt und wie sie konkret aussehen könnte.

In der Lebenswerkstatt legen wir diese Spur gemeinsam weiter frei. Und irgendwann bringen wir einen Teil davon aus dem Kopf ins wirkliche Leben. Du entwickelst einen eigenen Prototypen, den du ausprobieren und erleben kannst. Nicht um sofort die fertige Antwort zu finden. Sondern um herauszufinden, ob etwas von dem, was du bisher vielleicht nur geahnt hast, tatsächlich zu dir passt.

Im Oktober führe ich die Lebenswerkstatt erstmals als Pilot durch.

Für diese erste Durchführung suche ich eine Gruppe von Menschen, die Lust haben, sich auf diesen Prozess einzulassen, Neues auszuprobieren und mir mit ihrem Feedback zu helfen, die Werkstatt weiterzuentwickeln.

Wenn dich das anspricht, findest du hier mehr Informationen: lebens-werkstatt.ch

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